Wörtlich übersetzt bedeutet Chronograph Zeitschreiber. Der Begriff leitet sich aus den griechischen Wörtern chronos = Zeit und grapho = ich schreibe ab. Wer tatsächlich den Chronographen erfunden hat, ist umstritten. Oft wird der Name Adolphe Nicole genannt. Der französische Uhrmacher erfand 1844 das sogenannte Nullstellherz, das auf der Welle des Sekundenrades befestigt war. Nicole meldete seine Entdeckung zum Patent an. Bereits 1720 baute der englische Uhrentüftler George Graham ein Gerät, mit dessen Hilfe es möglich war, ein Ereignis auf 1/16 Sekunde abzuschätzen. Auch Graham zählt zum engeren Kreis der Erfinder des Chronographen. Ebenso der Franzose Henri Féréol Piguet, der nachweislich eine Taschenuhr mit Chronographen hergestellt hat, die er 1862 der Öffentlichkeit vorstellte. Taschenuhren mit Sekundenanzeiger, der gestoppt werden konnte, gab es bereits 60 Jahre zuvor. Sie hatten allerdings den Nachteil, dass beim Stoppen zugleich das ganze Uhrwerk angehalten wurde. Wenn Zwischenzeiten gestoppt wurden, musste die angehaltene Zeit wieder hinzuaddiert werden.

Richtige und falsche Zeitschreiber

So oder ähnlich sehen heutzutage Choreographen aus - Foto: © nikkytok - Fotolia.com

Piguets Taschenuhr mit Sekundenanzeiger, der gestoppt werden konnte, wird heute als “falscher” Chronograph bezeichnet. Als Erfinder des “echten” Chronographen gilt der französische Uhrmacher Rieussec. Auf seinem Zifferblatt saß ein kleiner Schreiber. Während die Zeiger sich drehten, wurden von dem Schreiber die gemessenen Zeiten sichtbar in kleinen und großen Strichen aufgeschrieben. Rieussec meldete seine Erfindung 1822 zum Patent an. Informationen zu Patenten gibt es übrigens beim Deutschen Patent- und Markenamt. Dem Österreicher Joseph Thaddäus Winnerl blieb es vorbehalten, Piguets Chronographen weiterzuentwickeln. Er erfand eine Uhr, deren Sekundenzeiger separat angehalten werden konnte und kam somit den heutigen Chronographen, wie sie zum Beispiel von TW Steel hergestellt werden, sehr nahe. Winnerl, der nach seiner Lehre nach Norddeutschland ging und auch in Kopenhagen arbeitete, fand schließlich den Weg nach Paris. Dort war er immerhin elf Jahre lang Stadtverordneter und konstruierte weiter Uhren. Dem Österreicher gelang dann auch noch eine weitere bahnbrechende Entdeckung. Winnerl baute eine Chronographen, der zwei übereinander liegende Sekundenzeiger hatte. Sie konnten nacheinander gestoppt werden. Zwei getrennt arbeitende, aber miteinander verbundene Stoppmechanismen in der Uhr ermöglichten diese Neuerung, die auch als “Nachspringende Sekunde” bezeichnet wird. Hilfreiches bietet hier auch das Uhrenlexikon unter www.zeitgefuehl.de

Uhren mit Stoppfunktion

Nach Winnerls innovativem Einfall kam es erst 1880 wieder zu einer Neuerung. Der Franzose Auguste Baud erfand den Zusatzmechanismus für den Stoppanzeiger, der bis heute verwendet wird. 1930 kamen die ersten Chronographen auf den Markt, die einen Drücker zum Starten und zum Stoppen und einen zweiten für die Nullstellung hatten. Für Geschichtsinteressierte sei an dieser Stelle die Chronik des Deutschen Historischen Museums erwähnt, wo beispielsweise noch viel mehr über das Jahr 1930 zu erfahren ist. Die Messanzeige konnte nun nach Belieben angehalten und wieder in Gang gesetzt werden. Markenuhren wie TW Steel basieren auf den Erfindungen der großen Uhrmacher der Vergangenheit. Traditionelle Uhrmacherkunst und moderne Technik vereinigen sich bei den TW Steel Chronographen, deren Zuverlässigkeit geschätzt wird. Das markante Aussehen der Zeitmesser macht sie zu einem beliebten Schmuckstück.